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    Auf der Netzwerktagung der Qualitätsoffensive Lehrerbildung beteiligte sich das Wuppertaler Projekt... [mehr]
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Historische Kunstlehre als Grundlage von künstlerischer/gestalterischer Arbeit, Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Pädagogik

 

Projektleitung

Prof. Dr. Ulrich Heinen (Kunstgeschichte)

Homepage in der Fakultät

Prof. Dr. Jochen Krautz (Kunstpädagogik)

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Prof. Katja Pfeiffer (Kunst mit dem Schwerpunkt künstlerische Praxis)

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Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Dr. Björn Blankenheim

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Zur Person

 

Foto Blankenheim

 

Dr. Björn Blankenheim

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

 

E-Mail:blankenheim{at}uni-wuppertal.de
Telefon:+49 (0)202 439-5772
Büro:I.13.51

 

Seit 12/2015 Wiss. Mitarbeiter im KoLBi-Projekt »Historische Kunstlehre als Grundlage von künstlerischer/gestalterischer Arbeit, Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Pädagogik« (BU Wuppertal)

05/2013 - 11/2015 Eingeschriebener Doktorand (11/2013 – 3/2014 Elternzeit)

04/2011 – 04/2013 Wiss. Mitarbeiter im Lehrgebiet »Didaktik der Visuellen Kommunikation« (BU Wuppertal)

01/2009 – 03/2011 Wiss. Mitarbeiter im Lehrgebiet »Mediendesign und seine Didaktik« (BU Wuppertal)

10/2002 – 11/2008 Studium der Gestaltungstechnik, Wirtschaftslehre & Politik und Erziehungswissenschaften, abgeschlossen mit dem I. Staatsexamen für das Lehramt Sek. II mit beruflicher Fachrichtung (BU Wuppertal)

 

 

Category: Blank_ZPers

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Abstract des Qualifikationsvorhabens

 

„Didaktik bedeutet Kunst des Lehrens“

– Historische und Systematische Studie über die Kunst des Lehrens und die Lehren der Künste an ausgewählten Beispielen im deutschsprachigen Raum seit 1600

 

Lehrpraxis existiert losgelöst von wissenschaftlicher Theorie; seit der Antike treffen in ihrer alltäglichen Anwendung Lehrende und Lernende aufeinander, sei es daheim, in Schulen, Akademien und anderen Institutionen. Unbeeindruckt von den teils schwerwiegenden Umbrüchen in der wissenschaftlichen Durchdringung von Unterricht, wie sie erst seit etwa 1800 existiert, hat die Praxis des Bildens, Erziehens und Unterrichtens – mit mehr oder weniger Erfolg – vor allem eines getan: ihren Job. Bis 1800 wurden professionelle Bestände an Erfahrungswissen, die sich an zielgerichtetem, seiner Mittel bewusstem und regelgeleitetem Tun orientieren, nicht in Wissenschaften, sondern – nach dem Vorbild der antiken Τεχνη (Techne) – in Kunstlehren (ars) handhab-, lehr- und lernbar gemacht, zumeist in Form von systematischen Fachbüchern und -traktaten. Es ist eben jene Kunst, die Comenius und zeitgenössische Schriftstellerinnen und Schriftsteller meinen, wenn sie um 1600 beginnen, von der Didaktik als der „Kunst des Lehrens“ zu schreiben.

Im Zentrum der Arbeit stehen ausgewählte Texte der Kunstliteratur, die entweder die Kunst des Lehrens oder aber spezifische Kunstlehren behandeln. Sie werden auf ihr didaktisches Erfahrungswissen hin untersucht, sowohl in Hinsicht auf ihre Struktur als auch auf ihre konkreten Regeln. Damit rücken Lehrpersonen selbst in den Mittelpunkt, die ihr eigenes Lehrhandeln bei der Produktion von Unterricht reflektieren. Von besonderem Interesse ist dabei die pädagogische und didaktische Reflexion der Künste, da sie zugleich Aufschluss über die Vermittlung des Lehrens als Kunst geben können.

Im Rahmen einer Vignettensammlung wirft die Untersuchung dabei Schlaglichter auf etwa ein Dutzend Fallbeispiele aus der Geschichte und Systematik der Kunst des Lehrens. Historische Fallbeispiele in ihrem jeweiligen Kontext zeigen die Entwicklung, Anwendung und Verbreitung von Kunstlehren, aber auch deren Veränderung. Zu diesen Fallbeispielen zählen der „Nürnberger Trichter“, der Gegensatz von „Kunstlehre und Kunstliebe“ und die „Allgemeine Pädagogik zwischen Rhetorik und Ästhetik“. Systematische Fallbeispiele untersuchen die „Kunst des Lehrens“ als Kunstlehre, von den vorbereitenden Tätigkeiten, wie Auswahl und Anordnung der Unterrichtsinhalte sowie methodische Ausgestaltung der Vermittlung, über die Lehrtätigkeit im Unterricht selbst bis hin zur Reflexion über die Lehrerin/Lehrer-Person als Künstlerin/Künstler und über den Unterricht als Kunstwerk. Gerade in der systematischen Betrachtung bietet es sich an, auch Brücken zur antiken Tradition und zu zeitgenössischen Anleitungen zum Lehrberuf zu schlagen.

Die Arbeit dient damit als zentrales Bindeglied für das Teilprojekt „Historische Kunstlehre als Grundlage von künstlerischer/gestalterischer Arbeit, Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Pädagogik“, da sie nicht nur der Frage nachgeht, unter welchen Umständen künstlerische/gestalterische Arbeit selbst bereits als Zugang zur Praxis des Lehrberufs dienen kann, sondern auch die Geschichte und Systematik der Kunstlehren mit der historischen Genese von Kunstwissenschaft, Kunstpädagogik und Pädagogik verknüpft, verbunden mit dem schleichenden Paradigmenwechsel von den frühneuzeitlichen Kunstlehren zu Ästhetik, Psychologie und Empirismus.

 


Category: Blankenh_Abstr

 

Kunstlehren sind die über viele Generationen gesammelten und gebündelten Erfahrungen des praktischen Tuns. Sie sind dazu angelegt, durch Regeln und Beispiele Handlungsfähigkeit herzustellen und weiterzugeben. Unter dem Begriff Τεχνη (Techne) war das jeweilige Erfahrungswissen bereits in den unterschiedlichen beruflichen Handlungszusammenhängen der Antike verbreitet, von den Gewerken bis zur Staatsführung, von der Malerei bis zum Halten einer Rede. Eine Techne formuliert praktisches Können und Wissen, um einen Nutzen, eine spezifische Leistung zu erbringen; sie leitet durch Ziele und Regeln die Identifizierung und Zusammenfügung der kunstspezifischen Elemente an; sie ist in sich gegliedert sowie lehr- und lernbar.

Im Sinne eines zielgerichteten, seiner Mittel bewussten und regelgeleiteten Tuns können auch Bilden, Erziehen und Unterrichten als Kunst verstanden werden. Als solche sind sie in den alltäglichen kulturellen Praxen und nicht in den abstrahierten wissenschaftlichen Theorien grundgelegt. Die wissenschaftliche Theoretisierung einer Kunst setzt diese immer schon voraus. Die Lehre dieser Kunst ist durch Theorie nicht begründbar oder ersetzbar, sondern lediglich hinsichtlich ihrer Grundlagen untersuchbar, überprüfbar, rekonstruierbar und kritisierbar. Sie kann neben anderen einen Kritik- und Reflexionshorizont für Praxis abgeben, diese jedoch nicht bereichern oder gar im Sinne einer Regeleinstellung direkt anleiten oder steuern. Die Gesamtheit einer Kunst ist damit grundverschieden von den reinen Instrumenten der Optimierung, wie sie die empirische Erziehungswissenschaft zur Verfügung stellt.

Ziel ist es, eine Perspektive zu formulieren, die es erlaubt, Fach, Fachdidaktik und Fachwissenschaft als etwas Gemeinsames zu denken und damit als integriertes Handeln zu erschließen. Dieses Ziel stellt sich besonders für den Kunstunterricht, in dem Kunstlehren als Gegenstand und Methode – wenn auch zumeist implizit – allgegenwärtig sind, in dem aber zugleich viele Problemfelder besonders zu Tage treten. Es gilt die Kunstlehre nicht nur zur Rekonstruktion und Strukturierung historischer wie auch zeitgenössischer Werkprozesse einzusetzen, sondern sie gerade auf ihre inhärenten Potentiale für Kunstpädagogik und Bildung zu befragen. Dies kann zum einen bedeuten, historische Kunstlehren als umfassendes Bildungsprogramm zu verstehen, zum anderen aber auch, das Bilden selbst als Kunstlehre begreifbar zu machen.

Im Rahmen des Projektes werden Studierende durch das Angebot eines kunstwissenschaftlichen Kolloquiums in Inhalt und methodische Perspektive eingeführt, damit diese sich in Forschungsprojekten und Abschlussarbeiten mit spezifischen Fragestellungen der historischen Kunstlehre befassen können. Zudem ist eine Tagung in Planung, die Vertreterinnen und Vertretern aus unterschiedlichen Forschungsfeldern zusammenbringt, um die Geschichte und Systematik der historischen Kunstlehre im Kontext von künstlerischer/gestalterischer Arbeit, Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Pädagogik zu diskutieren.