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Aktuelles

  • Netzwerktagung der Qualitätsoffensive Lehrerbildung am 19. und 20. November in Bonn
    Auf der Netzwerktagung der Qualitätsoffensive Lehrerbildung beteiligte sich das Wuppertaler Projekt... [mehr]
  • Dritte Fachtagung im Rahmen des Projekts „Kohärenz in der Lehrerbildung“
    Um mögliche Stolpersteine bei der Begleitung von Lehramtsstudierenden in ihrem Praxissemester ging... [mehr]
  • 30.09.2019 Diskussionsveranstaltung zum Praxissemester für das Fach Katholische Religionslehre
    Für den 30.09.2019 lädt die Fach-Arbeitsgruppe Katholische Religionslehre Mentorinnen und Mentoren... [mehr]
  • „Praxisphasen in der universitären Lehrerbildung“: Tagungsbände erschienen
    „Herausforderung Kohärenz – Praxisphasen in der universitären Lehrerbildung“ war der Titel einer... [mehr]
  • 12.06.2019 Vortrag Prof. Dr. Stefan Kipf (Humboldt Universität Berlin)
    Am Mittwoch den 12.06.2019 um 10:00 Uhr (B.06.01) wird Prof. Dr. Stefan Kipf Einblicke in das... [mehr]
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Lehrerbildendes Begleitvorhaben im Bereich Didaktik der Philosophie zum interdisziplinären Projekt „Welche Natur brauchen wir für ein gutes Leben? Zur Bedeutung von Natur im 21. Jahrhundert"

 

Projektleitung

Prof. Dr. Gerald Hartung (Kulturphilosophie und Ästhetik)

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Klaus Feldmann, Studienrat im Hochschuldienst (Didaktik der Philosophie)

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Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Nils Höppner (Didaktik der Philosophie)

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Abstract des Dissertationsvorhabens

Didaktische Vermittlung und reflexive Aneignung. Systematische Rekonstruktion der erkenntnistheoretischen Bedingungen und naturphilosophischen Implikationen philosophischer Bildung.

Die Frage nach dem spezifischen Bildungsanspruch gehört seit den ersten systematischen Reflexionen über die Bedingungen und Praxis des Philosophie-Unterrichts zu den disziplinären Schlüsselproblemen: Wozu soll Philosophie gelehrt und gelernt werden? Insbesondere die Beförderung des Selbstdenkens im Sinne epistemischer Autonomie hat als Inbegriff philosophischer Bildung im Verlauf der Theoriegeschichte paradigmenbildenden Wert: Im philosophiedidaktischen Diskurs der Gegenwart gilt das Philosophieren als Tätigkeit, kraft derer Schülerinnen und Schüler zu einer reflexiven Auseinandersetzung mit ihrer natürlichen und sozialen Lebenswelt befähigt werden, als konstitutives Prinzip. In der gegenwärtigen Forschungsarbeit ist die Tendenz dominant, den Status der Fachdidaktik im Verhältnis zur empirischen Lehr-Lern-Forschung zu konzeptualisieren und die Messbarkeit von philosophischer Bildung kontrovers zu diskutieren. Zweifellos kann man die Relevanz dieser empirisch orientierten Forschungsfragen nicht voreilig kategorisch bestreiten. Aus dem Blickfeld geraten allerdings Auseinandersetzungen über die konstitutiven erkenntnistheoretischen Bedingungen der Vermittlungs- und Aneignungsprozesse philosophischer Bildung – etwa, ob und inwiefern die rationale Anforderungsstruktur philosophischer Einsichten überhaupt als Unterrichtsstoff normativ und fachlich legitimiert, mithin ein spezifischer Bildungsanspruch erhoben – und derartige programmatische Leitvorstellungen gemäß fachdidaktischer Handlungsmöglichkeiten gewährleistet werden können.

Diesen fachdidaktischen Herausforderungen soll mit unserer Untersuchung Rechnung getragen werden. Wir verfolgen das Ziel, die erkenntnistheoretischen Bedingungen der Vermittlungs- und Aneignungsprozesse philosophischer Bildung zu rekonstruieren – um ein Modell der Struktur des fachdidaktischen Handelns zu entwickeln. Unsere Arbeit soll diesbezüglich in zwei aufeinander aufbauende Schritte gegliedert werden: Zunächst soll analysiert werden, inwiefern die fachdidaktischen Theorien imstande sind, kategoriale und methodologische fachliche Einsichten als Bildungsgegenstände begründet auszuweisen. Im Rahmen dieser weit verzweigten Untersuchung lassen wir uns von der übergreifenden Annahme leiten: Eine systematische Rekonstruktion der erkenntnistheoretischen Bedingungen der Vermittlungs- und Aneignungsprozesse philosophischer Bildung erscheint insbesondere dann aussichtsreich, wenn wir diese an naturphilosophische Einsichten zurückbinden, insbesondere an die Kategorie der Natur in ihrer Dimension als Ermöglichungsraum lebensweltlicher Erfahrungs- und Wahrnehmungsbestände.

Im zweiten Schritt verfolgen wir unter Rückgriff auf Verfahrensweisen der qualitativen Sozialforschung das Vorhaben, jene im ersten Schritt gewonnenen Konzepte philosophischer Bildung im Rahmen von Forschungsprojekten (etwa fallrekonstruktiver Kasuistik) zwischen Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden praxisbezogen zu erproben. Die Studierenden sollen dazu befähigt werden, ihr didaktisches (Selbst-)Verständnis zu reflektieren und entwickeln. Im Zuge dieser projektbasierten Erschließung didaktischen Handelns perspektivieren wir zugleich ein meta-didaktisches Ansinnen: Wir erhoffen uns, u.a. aus den studentischen Praxen Rückschlüsse für eine systematische Begründung der didaktischen Vermittlung und ein differenziertes Verständnis für die reflexiven Aneignungsprozesse von Schülerinnen und Schülern ziehen – und somit zur Professionalisierung und Ausbildung angehender Philosophielehrender beitragen zu können.

Category: Höp_Abstr

Bildungswissenschaftliche Kooperationspartnerin

Jun.-Prof. Dr. Viola Hartung-Beck (Qualitative Methoden in der Bildungsforschung)

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Schulische Kooperationspartner

Mirca Szigat, StR’, Gymnasium am Kothen, Wuppertal

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Klaus Draken, StD, Gymnasium Bayreuther Straße, Wuppertal

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Eva Ledwig, StR’, Carl-Fuhlrott-Gymnasium, Wuppertal

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Die modernen westlichen Gesellschaften finden sich in einer ökologischen Krise en permanence. Dabei ist in Wissenschaft und Öffentlichkeit eine zunehmende Spannung zwischen Deutungsmustern zu erkennen. Einerseits wird die Naturalisierung von Kultur, andererseits die Kulturalisierung von Natur propagiert. Unter dem Druck der Spannung zwischen diesen beiden gleichsam hegemonialen Tendenzen der Selbstverständigung des Menschen über die Wechselbeziehungen zwischen Natur und Kultur wird zunehmend fraglich, was Natur ist und welche Bedeutungen sie für uns hat. Unter den Stichworten „Natur und Kultur“, „Natur und Mensch in ökologischer Perspektive“ und „Natur und ein gutes Leben“ werden wir gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern und Studierenden Orientierungskurse erarbeiten, die Grundlage eines bewussten und nachhaltigen Umgangs mit Natur als Umwelt des Menschen sind. Schülerinnen und Schüler sowie Studierende werden als künftige Generation von Entscheidern in Politik, Wissenschaft und Lebenswelt darauf vorbereitet, dass ethische Reflexionen und politisches Handeln in Bezug auf „Natur“ vor der Herausforderung stehen, die Kluft zwischen Verfügungs- und Orientierungswissen zu erkennen.

Das Naturprojekt soll vor diesem Hintergrund eine fortlaufende und nachhaltige Netzwerkstruktur zwischen dem Philosophischen Seminar der Bergischen Universität Wuppertal und verschiedenen Schulen im Fach Philosophie schaffen. Es hat zum einen zum Ziel, Schülerinnen und Schüler zu Arbeitsprozessen und Forschungsprojekten im Gebiet der (Natur-)Philosophie zu aktivieren. Zum anderen sollen die Lehramtsstudierenden die Gelegenheit erhalten, ihr didaktisches Verständnis im Umgang mit Schülerinnen und Schüler jenseits von institutionellen Zwängen zu erproben und reflektieren.

Als Metaprojekt erforscht und begleitet das lehrerbildende Begleitvorhaben das Naturprojekt. Es verfolgt das Ziel, sowohl mit hermeneutischen sowie empirischen wissenschaftlichen Methoden und Zugriffen eine Studie (Dissertation) zu erstellen, die Chancen und Grenzen der philosophiedidaktischen Konzeption des Naturprojekts in Bezug auf ein forschungs- und projektbasiertes Studieren im Rahmen der Lehrerbildung im Fach Philosophie insgesamt auslotet.