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Aktuelles

  • Netzwerktagung der Qualitätsoffensive Lehrerbildung am 19. und 20. November in Bonn
    Auf der Netzwerktagung der Qualitätsoffensive Lehrerbildung beteiligte sich das Wuppertaler Projekt... [mehr]
  • Dritte Fachtagung im Rahmen des Projekts „Kohärenz in der Lehrerbildung“
    Um mögliche Stolpersteine bei der Begleitung von Lehramtsstudierenden in ihrem Praxissemester ging... [mehr]
  • 30.09.2019 Diskussionsveranstaltung zum Praxissemester für das Fach Katholische Religionslehre
    Für den 30.09.2019 lädt die Fach-Arbeitsgruppe Katholische Religionslehre Mentorinnen und Mentoren... [mehr]
  • „Praxisphasen in der universitären Lehrerbildung“: Tagungsbände erschienen
    „Herausforderung Kohärenz – Praxisphasen in der universitären Lehrerbildung“ war der Titel einer... [mehr]
  • 12.06.2019 Vortrag Prof. Dr. Stefan Kipf (Humboldt Universität Berlin)
    Am Mittwoch den 12.06.2019 um 10:00 Uhr (B.06.01) wird Prof. Dr. Stefan Kipf Einblicke in das... [mehr]
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Bildung und Gesellschaft – lokale Eigenheiten und globaler Wandel

 

Projektleitung

Prof. Dr. Doris Bühler-Niederberger (Soziologie)

Homepage in der Fakultät

Prof. Dr. Peter Imbusch (Soziologie)

Homepage in der Fakultät

Prof. Dr. Claudia Schuchart (Bildungswissenschaften)

Homepage in der Fakultät

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Susann Hanspach (M.A.)

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Zur Person

 

Foto Hanspach

 

 

Susann Hanspach (M.A.)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

 

E-Mail:shanspach{at}uni-wuppertal.de
Telefon:+49 (0)202 439-2455
Büro:N.11.04

 

Geboren 1989 und aufgewachsen in der Nähe von Görlitz

2008 Fachhochschulreife im Bereich Soziales

2008-2011: Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule Neubrandenburg; Bachelor of Arts

2011 bis 2015: Studium "Kindheit, Jugend, Soziale Dienste" an der Bergischen Universität Wuppertal; Master of Arts

2013: Mitarbeiterin im Evaluationsprojekt zur Schulsozialarbeit in Wuppertal unter Leitung von Frau Prof. Dr. Oelerich

2014-2015: WHF am Lehrstuhl der Politischen Soziologie von Herrn Prof. Dr. Imbusch

seit 2012: Sozialarbeiterin in einer Jugendwohngruppe in Wuppertal

seit Oktober 2015: wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rahmen des KoLBI-Teilprojekts

seit November 2015: Doktorandin in der Soziologie

 

Category: Hansp_ZPers

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Abstract des Dissertationsvorhabens

Gerechtigkeitsvorstellungen der Mittelschicht hinsichtlich des immateriellen Gutes Bildung – eine Vergleichsstudie zwischen Deutschland und Chile

Die Mittelschicht einer Gesellschaft, sozialstrukturell gesehen, einmal mehr, einmal weniger stark im Spannungsfeld zwischen dem erhofften sozialen Aufstieg in die obere, privilegiertere Sozialschicht und dem drohenden Abstieg in die ärmeren Unterschichten, zeichnete sich stets durch ihr intensives Bemühen aus, ihren gesellschaftlichen Status zu erhalten oder gar zu verbessern. Mental sind Angehörige der Mittelschicht geprägt durch temporäre oder auch beständige Verunsicherungen, Sorgen, ja bis hin zu Ängsten um der eigenen, vielmehr aber noch um der des Nachwuchses Zukunft. Dabei spielt Bildung in der strukturellen, wie auch kulturellen Statusreproduktion und im Aufstiegsbestreben, eine entscheidende Rolle. Während Mittelschichtsakteure durch Erlangen eines gewissen institutionalisierten Bildungskapitals in Form von Zeugnissen und Abschlüssen zukünftig Berufspositionen einzunehmen versuchen, welche ihnen nicht nur ein relativ hohes ökonomisches Kapital zusichern, sondern mit denen sie auch oftmals Anerkennung, Prestige und vielleicht sogar Macht erlangen, werden symbolische Grenzen zu Angehörigen der als sozial nieder angesehenen Schicht besonders mittels kulturellem Kapital gezogen, welche beispielsweise anhand der Sprechweise, dem Wissensbestand oder auch gewissen, vornehmlich kulturellen Praktiken der Akteure sichtbar werden. Die Wahl der Bildungsinstitution, die ihren Kindern nicht nur Bildung und entsprechende Abschlüsse vermitteln wird, sondern sie auch im hohen Maße und im sozialen Austausch mit anderen Kindern sozialisieren wird, ist deshalb für Eltern der Mittelschicht von großer Bedeutung. Als politisch starke Akteure einer Gesellschaft machen Mittelschichten von ihrem Partizipationsrecht Gebrauch und beeinflussen im hohen Maße bildungspolitische Entscheidungen. Hierbei sind deren Auffassungen von einem (sozial) gerechten Bildungssystem, welche Fragen nach den Zugangsmöglichkeiten und -barrieren, Schulgliederung und -struktur sowie dessen inhaltliche Gestaltung betreffen, besonders relevant und somit interessant für das geplante Forschungsvorhaben.

Category: Hansp_Abstr

Bildungssysteme unterliegen aktuell einer eigenen Dynamik zwischen lokaler Festschreibung und globalem Wandel. Die jeweilige Entwicklung ist jedoch abhängig von den Strukturen der umgebenden Gesellschaft. Bildungssysteme und deren Veränderungen werden durch sozialstrukturelle Bedingungen, das Maß an und die Legitimität von gesellschaftlicher Ungleichheit und den Umgang mit Ansprüchen der Gerechtigkeit bestimmt. Sie (re)produzieren aber auch die jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen. Zudem haben internationale Organisationen als „global player“ zunehmend Einfluss auf bildungspolitische Entwicklungen. Ein Vergleich der Bildungssysteme in unterschiedlichen Ländern, insbesondere in Ländern des globalen Südens mit denen des Nordens, verspricht neue Einsichten in die Dynamik von Bildungsprozessen und die Strukturen der Veränderung.

Die projektbasierte Lerneinheit „Bildung und Gesellschaft –  lokale Eigenheiten und globaler Wandel“ richtet sich an Studierende des Studienganges „Master of Education - Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen“ mit dem Fach Sozialwissenschaften.

Diese Lerneinheit, welche seit dem Wintersemester 2015/16 angeboten wird, verbindet vier Module aus der Lehrerbildung zum Thema „Bildung und Gesellschaft“, darunter zwei aus den Bildungswissenschaften und je ein Modul aus den Sozialwissenschaften und der Fachdidaktik der Sozialwissenschaften. Dabei eröffnet sich ein ganzes Spektrum thematischer Konkretisierungsmöglichkeiten für studentische Forschungsprojekte, welche an laufende Projekte und Projektvorhaben der Dozentinnen und Dozenten angebunden werden können. Im Sinne des projektbasierten Lernens werden die Studierenden hierzu angeregt und dabei von den Dozentinnen und Dozenten begleitend unterstützt. Anschließend wird die eigene Arbeit didaktisch aufbereitet und präsentiert sowie diskutiert. Gern kann die abschließende Masterthesis in diesen Rahmen integriert und somit als fünftes Modul miteinbezogen werden.

Mit dieser Lerneinheit wird ein Bezug zwischen den Bildungswissenschaften und den Sozialwissenschaften hergestellt, welche im Rahmen von Vorlesungen und Seminaren das Thema „Bildung und Gesellschaft“ behandeln und Lerninhalte daraufhin fokussieren. Die Studierenden erkennen den Blickwinkel, den Beitrag und auch die Grenzen von Disziplinen an einem konkreten Thema und im Zuge der Ausarbeitung eines eigenen Projektes. Auf diese Weise wird die Selbstreflexion der Studierenden hinsichtlich ihrer zukünftigen Berufstätigkeit gefördert, die in fachlich fundierter Weise erfolgen kann. Besonders auch durch den Blick auf andere Lösungen, den die Thematik durch ihren internationalen Horizont bietet, wird die Möglichkeit zur grundlegenden Reflexion der eigenen beruflichen Tätigkeit, ihrer strukturellen Verortung und zentralen Zusammenhängen über das unmittelbare Geschehen im Klassenzimmer hinaus gegeben.

Die angebotene Lerneinheit „Bildung und Gesellschaft“ wird bereits seit ihrer Einführung im Wintersemester 2015/16 wissenschaftlich begleitet. Dazu gehören ein laufendes Monitoring des Angebots selbst, die mittels Fragebogen erhobene Bewertung des Angebots sowie Fragen zur möglichen Fortführung der Lerneinheit durch die teilnehmenden Studierenden. Sowohl zu Beginn der ersten Lehrveranstaltung in dieser thematischen Einheit wie auch zu deren Ende schreiben die Studierenden ein Essay zum Thema. Diese Essays werden ausgewertet mit Blick auf das Problembewusstsein und die Differenziertheit der Reflexion. Als weiteres Element der Begleitforschung sollen die Verwertbarkeit der Lehreinheit in der späteren Unterrichtspraxis und deren Nutzen bei der Bewältigung von Problemen, vor die der sozialwissenschaftliche Unterricht die Referendare und Referendarinnen stellen mag, erfasst werden. Dazu sind im ersten Schritt Fokusgruppeninterviews mit Referendaren geplant, welche die Lerneinheit nicht besuchten, in denen sie ihre derzeitige Situation im sozialwissenschaftlichen Unterricht mit dessen Anforderungen und möglichen Problemen reflektieren. Mit einem daraus entwickelten Fragebogen sollen künftig die teilnehmenden Studierenden der Lerneinheit „Bildung und Gesellschaft“ während ihres Referendariats befragt werden, um letztendlich einen möglichen Nutzen der angebotenen Lerneinheit zur Verbesserung der Lehrkompetenz zu erkennen.