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Aktuelles

  • Netzwerktagung der Qualitätsoffensive Lehrerbildung am 19. und 20. November in Bonn
    Auf der Netzwerktagung der Qualitätsoffensive Lehrerbildung beteiligte sich das Wuppertaler Projekt... [mehr]
  • Dritte Fachtagung im Rahmen des Projekts „Kohärenz in der Lehrerbildung“
    Um mögliche Stolpersteine bei der Begleitung von Lehramtsstudierenden in ihrem Praxissemester ging... [mehr]
  • 30.09.2019 Diskussionsveranstaltung zum Praxissemester für das Fach Katholische Religionslehre
    Für den 30.09.2019 lädt die Fach-Arbeitsgruppe Katholische Religionslehre Mentorinnen und Mentoren... [mehr]
  • „Praxisphasen in der universitären Lehrerbildung“: Tagungsbände erschienen
    „Herausforderung Kohärenz – Praxisphasen in der universitären Lehrerbildung“ war der Titel einer... [mehr]
  • 12.06.2019 Vortrag Prof. Dr. Stefan Kipf (Humboldt Universität Berlin)
    Am Mittwoch den 12.06.2019 um 10:00 Uhr (B.06.01) wird Prof. Dr. Stefan Kipf Einblicke in das... [mehr]
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Informatische Bildung für Lehramtsstudierende

 

Projektleitung

Prof. Dr. Ludger Humbert

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Projektmitarbeiter

M.Ed. Daniel Losch

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Zur Person

2009: Abitur am Gymnasium Sedanstraße in Wuppertal

2013: Kombinatorischer Bachelor of Arts in den Fächer Informatik und Latein an der Bergischen Universität Wuppertal

2015: Master of Education in den Fächern Informatik, Latein und Bildungswissenchaften an der Bergischen Universität Wuppertal

2017: Abschluss des Referendariats am Carl-Fuhlrott-Gymnasium in Wuppertal/ZfsL Solingen durch das zweite Staatsexamen

seit 2017: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Informatikdidaktik der Bergischen Universität Wuppertal

Category: Siebrecht_ZPers

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Abstract des Dissertationsvorhabens

Arbeitstitel: Informatische Darstellungsformen in anderen Fachkontexten wirksam werden lassen

Informatische Darstellungsformen enaktiver Art werden in (Siebrecht(2013)) und (Siebrecht(2015)) ausgewiesen. In (Bruner(1974)) treten neben die enaktive auch die ikonische und symbolische Darstellung (»EIS-Prinzip«) zur Gestaltung unterrichtlicher Kontexte.

Zunächst werden symbolische und ikonische Darstellungsformen der Informatik informatisch-fachlich analysiert; einerseits durch Fachliteraturstudien, anderseits durch qualitative Befragung der Fachwissenschaft. Die Analyse der Beschaffenheit und Anwendungsszenarien dieser Darstellungsformen verspricht nicht nur Ertrag für die Informatikdidaktik; sie birgt auch ein Potential, in anderen fachdidaktischen Kontexten informatische Darstellungsformen gewinnbringend einzusetzen und damit diese als allgemeinbildende Elemente zu verankern.

Um dieses Potential nachzuweisen, werden im Rahmen der Ringveranstaltung »Informatik im Alltag« Informatik-fachfremde Studierende und Dozierende hinsichtlich ihrer Sicht auf und ihrer Biographie in der Informatik (vgl. Müller(2017)) befragt; während die Dozierenden einmalig bezüglich ihrer fachdidaktisch bzw. fachwissenschaftlichen Konnotationen zu symbolischen und ikonischen Darstellungsformen interviewt werden, werden bei den Studierenden einmal vor und einmal nach der Ringveranstaltung Befragungen durchgeführt.

In den praktischen Übungen innerhalb der genannten Ringveranstaltung werden individualisierte Projektarbeiten zur informatischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Gegenstände (aus dem ersten bzw. zweiten Fach der Informatik-fachfremden Studierenden) geleistet. Dabei werden auch informatische Darstellungsformen auf symbolischer und ikonischer Ebende bedeutsam; neben einem Aufbau informatischer Kompetenzen geht es vor allem darum, einen Perspektivwechsel bei den Studierenden anzustoßen.

Das Übungsformat soll in den folgenden Durchläufen der Ringveranstaltung wiederholt zum Einsatz kommen, um nach einer Pilotierung nicht nur die praktische Durchführung, sondern auch ein verbessertes Forschungsdesign zu gewinnen.

Category: Siebrecht_Abstr

 

Zu den im Schulalltag von Lehrkräften zu organisierenden und zu gestaltenden Lehr- und Lernprozessen gehören Informatikmittel (z.B. Beamer, USB-Speicherstick, Kopierer), darunter auch Informatiksysteme (z.B. Laptops, Tablets, Smartboards). Damit halten – übrigens nicht erst seit der sogennanten »Digitalisierung« – Erzeugnisse aus der Informatik Einzug in den Unterricht. In allen Fächern. Bei allen Fachlehrerinnen und Fachlehrern. Darüberhinaus ist die Gestaltung der Lehr- und Lernprozesse beispielsweise durch die Erstellung von Materialien informatisch geprägt (vgl. Salamon(2015)).

Doch nicht allein die fachunabhängige Arbeitsweise wird von informatischer Seite her beeinflusst, sondern auch die fachspezifischen Lerngenstände oder -methoden: Die Photosynthese in Biologie, Gymnastik-Choreographien in Sport oder auch die historisch-kritische Exegese in Religion sind allesamt Beispiele, die sich als Algorithmen auffassen und darstellen lassen. Die Visualisierung in verschiedener Ausgestaltung (symbolisch, ikonisch, enaktiv)(vgl. Bruner(1974)) bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die fachspezifischen Sachverhalte über diverse Lernkanäle nachhaltig erarbeiten zu können. Die Fachlehrkräfte von morgen müssen als Expertinnen und Experten der didaktischen Aufbereitung ihrer Fachwissenschaft in der Lage sein, ihre Lerngenstände fachgerecht (Fachwissenschaft), motivierend (Fachdidaktik) und effizient (Informatik) zu gestalten.

Aus diesem Grund wird die Ringveranstaltung »Informatik im Alltag« (vgl. Müller,Frommer,Humbert(2012)) Studierenden angeboten, die keinen Informatikstudiengang belegt haben; dort entwickeln sie informatische Kompetenzen und werden dadurch mit der Weltsicht der Informatik vertraut. Diese Entwicklung vor den fachwissenschaftlichen Hintergründen der Studierenden (erstes und zweites Fach im kombinatorischen Bachelor of Arts) zu kontextualisieren, verspricht zum einen eine höhere Motivation; zum anderen ist eine nachhaltige Ausschärfung bereits entwickelter fachwissenschaftlicher Kompetenzen (im ersten und zweiten Fach) im Hinblick auf die (im bildungswissenschaftlichen Teil des Studiums) hinzugewonnene informatische Sichtweise möglich. Somit wird im Rahmen des Projektes die Ringveranstaltung um projektorientierte, praktische Übungen unter dem Titel »Was hat mein Fach mit Informatik zu tun? – Individualisierte Projektarbeit zur informatischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Gegenstände« erweitert. Die Studierenden werden dazu angeregt, Gegenstände ihrer Fachwissenschaft anhand eigens entwickelter Fragestellungen aus informatische Perspektive aufzubereiten.

Sich mit den grundlegenden Ideen und Gegenständen informatischer Denk- und Arbeitsweise auseinanderzusetzen, bedeutet im Rahmen der Ringveranstaltung, Einblicke in folgende Bereiche der Informatik zu gewinnen:

  • Geschichte der Informatik
  • Codierung
  • Recht und Internet
  • Eingebettete Systeme
  • technische Sichtweise
  • Betriebssysteme
  • Sicherheit: E-Mails, Passwörter, Verschlüsselung
  • Datenbanken und Suchmaschinen
  • Grenzen der Informatik

Dabei werden die obigen Themen in den geplanten Übungen insbesondere unter den drei folgenden Aspekten betrachtet:

  • drei Phänomenbereiche der Informatik (vgl.Humbert und Puhlmann(2004))

    • mit Informatiksystemen (Bsp.: Smartphone)
    • indirekte Beteiligung von Informatiksystemen (Bsp.: Verkehrsampel)
    • ohne Informatiksysteme (Bsp.: Mensa-Besuch – wahrnehmen, entscheiden, anstellen)

  • Modellierung und Implementierung

    • Objektorientierung
    • Algorithmen
    • Datenstrukturen

  • Bewusstsein für Informatik in eigener Fachwissenschaft

 

Literatur

Bruner, Jérôme Seymour. 1974. Entwurf einer Unterrichtstheorie. Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann.

Humbert, Ludger, und Hermann Puhlmann. 2004. „Essential Ingredients of Literacy in Informatics“. In Informatics and Student Assessment. Concepts of Empirical Research and Standardisation of Measurement in the Area of Didactics of Informatics, herausgegeben von Johannes Magenheim und Sigrid Schubert, 65–76. http://metager.to/sg5wc.

Müller, Dorothee. 2017. Der Berufswahlprozess von Informatiklehrkräften. Herausgegeben von Johannes Magenheim, Sigrid Schubert, und Andreas Schwill. Commentarii informaticae didacticae (CID) 11. Potsdam: Universiätsverlag Potsdam. http://metager.to/l2l49.

Müller, Dorothee, Andreas Frommer, und Ludger Humbert. 2012. „Informatik im Alltag – Durchblicken statt Rumklicken“. In Tagungsband der 5. Fachtagung zur Hochschuldidaktik Informatik – HDI 2012, 98–104. http://metager.to/csf93.

Salamon, Adrian (2015). »Digitales Unterrichtsmaterial im E-Learning. Konzeption aus informatikfachdidaktischer Perspektive«. Masterthesis. Wuppertal: Fachgebiet Didaktik der Informatik – Bergische Universität. url: http://metager.to/whxr3 (besucht am 11. 06. 2016)

Schubert, Sigrid, und Andreas Schwill. 2003. Didaktik der Informatik. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.