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Interdisziplinäres Projekt Region

 

Projektleitung

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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Abstract des Dissertationsvorhabens

Fördermöglichkeiten nachhaltiger Mobilität von Schülerinnen und Schülern über einen urbanen Rad- und Fußweg und projektorientierte geographische universitäre Bildung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer

Mobilität von Bürgerinnen und Bürgern kann auf dem Weg einer nachhaltigen Entwicklung als herausforderndes Handlungsfeld angesehen werden. In diesem Zusammenhang sollten auch Schülerinnen und Schüler als zukünftige Erwachsene unserer Gesellschaft, die bereits als Minderjährige einen größeren Teil ihrer Wege im motorisierten Individualverkehr (unter Begleitung erwachsener Personen) zurücklegen (Infas & DLR 2010: 77) und für selbstständige Mobilität auf den öffentlichen Nahverkehr sowie die Möglichkeit zur aktiven Fortbewegung angewiesen sind, genauer betrachtet werden. Zur Unterstützung nachhaltiger Mobilität werden verschiedene Ansätze diskutiert, die sich auch auf die Förderung des Rad- und Fußverkehrs beziehen (z.B. BMUB 2016: 55). Darüber hinaus kann neben konkreten Förderansätzen auch Bildung als beitragender Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung verstanden werden (BNE) (DUK 2014).

Gerade im Fach Geographie hat nachhaltige Entwicklung, als zentrales Element in der Gesellschaft-Umwelt-Forschung (Gebhardt et al. 2011: 75ff.), als auch im Erdkundeunterricht bei der Förderung raumbezogener Handlungskompetenz eine hohe Bedeutung (vgl. MfSW 2007: 16ff.) und stellt somit auch für die Bildung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer einen wichtigen Bestandteil dar. Neben der geographischen Verbindung zu nachhaltiger Entwicklung und räumlicher Mobilität werden auch für das Schulfach Geographie Bezüge zum Thema Mobilität und Verkehr und zur fächerübergreifend angelegten Mobilitätsbildung, welche im  Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung gesehen werden kann, hervorgehoben (z.B. Limbourg 2013: 202f.; Duda 2014; Pez 2010: 4f).

Im Rahmen des Dissertationsvorhabens werden vor diesem Hintergrund zwei Dimensionen zur Förderung nachhaltiger Mobilität von Schülerinnen und Schülern beleuchtet. Erstens wird der urbane Rad- und Fußweg „Nordbahntrasse“ als infrastrukturelles Angebot zur möglichen Förderung aktiver Mobilität genauer untersucht. Für Schülerinnen und Schüler anliegender Schulen könnte die Trasse als Chance gesehen werden, Schulwege vermehrt mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen. Zweitens wird an das Raumbeispiel Wuppertal und an die „Nordbahntrasse“ anknüpfend untersucht, wie zukünftige Lehrerinnen und Lehrer im Geographiestudium in einem projektorientierten Setting zu nachhaltiger Mobilität von Schülerinnen und Schülern arbeiten können. Dabei steht in jedem Semester ein spezifischer Schwerpunkt im Zentrum, der sich bereits auf die Nordbahntrasse selbst, die Entwicklung eines Lernangebots für Schülerinnen und Schüler oder Fördermöglichkeiten nachhaltiger Mobilität bezog. Studierende werden dazu eingeladen, sich mit mobilitätsbezogenen Fragestellungen oder der Förderung nachhaltiger Mobilität von Schülerinnen und Schülern im urbanen Raum auseinanderzusetzen und entwickeln in Projektgruppen eine Frage, an der sie während des Semesters arbeiten. Begleitend erhalten sie in geteilten Sitzungen inhaltliche und methodische Anregungen und Unterstützung. Je nach Fokus und Fragestellung wird zum Teil mit Schülerinnen und Schülern zusammengearbeitet, wenn von den Studierenden ein konkretes Angebot für diese entwickelt wurde oder diese für die Bearbeitung der Fragestellung einbezogen werden sollen. Das gewählte Setting in Projektform soll nachhaltiges Lernen und die Arbeit an fachwissenschaftlichen Inhalten unter Einbezug fachdidaktischer und bildungswissenschaftlicher Aspekte ermöglichen. Während des Seminars lernen die Studierenden dabei insbesondere die Arbeit im Projekt im eigenen Prozess kennen und reflektieren das eigene Lernen. Das Seminar wird begleitend untersucht, um herauszufinden, wie das projektorientierte Setting für die geographische Lehramtsausbildung sinnvoll gestaltet und strukturiert werden kann, wie ein solches Setting aus Studierendensicht wahrgenommen wird und ob dies zur Förderung nachhaltiger Entwicklung unter dem Fokus der Mobilität beitragen könnte.

Literatur

BMUB (Hg.) (2016): Klimaschutzplan 2050. Klimapolitische Grundsätze und Ziele der Bundesregierung. Berlin.

Duda, C. (2014): Das Thema „Mobilität“ in den Curricula und dessen Interpretation in aktuellen Schulbüchern der Sekundarstufe I. In: Otten & Wittkowske: Mobilität für die Zukunft. Bielefeld.

DUK (Hg.) (2014): UNESCO Roadmap zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Bonn.

Gebhardt, H. et al. (2011): Geographie. Physische Geographie und Humangeographie. Heidelberg.

Infas & DLR (2010): Mobilität in Deutschland 2008. Ergebnisbericht. Struktur – Aufkommen – Emissionen – Trends. Bonn / Berlin.

Limbourg, M. (2013): Mobilitätserziehung von Kindern und Jugendlichen. In: Flade, A. (Hg.): Der rastlose Mensch. Konzepte und Erkenntnisse der Mobilitätspsychologie. Wiesbaden.

MfSW (2007): Kernlehrplan für das Gymnasium – Sekundarstufe I (G8) in Nordrhein-Westfalen. Erdkunde. Frechen.

Pez, P. (2010): Mobilität und Nachhaltigkeit. Von der autoorientierten zur integrativen Verkehrspolitik – vom Verkehrsunterricht zum Curriculum Mobilität. In: Geographie heute 279. S. 2-7.

Category: Schr_Abstr

Die Fachgruppe Geographie etabliert einen interdisziplinären, projektbasierten Seminaransatz für Bachelorstudierende. Ab dem Sommersemester 2016 beginnen wir mit Seminaren, denen das fachdidaktische Arrangement der Projektmethode zugrunde liegt. Dies bietet die Chance, dass Studierende innerhalb des Seminars ihre fachwissenschaftlichen Kenntnisse erweitern und gleichzeitig fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Inhalte kennenlernen und reflektieren.

Studierende der Geographie nehmen im Rahmen der Prüfungsordnung an drei interdisziplinären Teilprojekten teil, Studierende der Sozialwissenschaften an zwei. Dadurch ist hier bereits ein erster Austausch zwischen verschiedenen Disziplinen gegeben.

Innerhalb der einzelnen Seminare arbeiten kleine Gruppen problemorientiert an authentischen und aktuellen Fragestellungen. „Nachhaltigkeit“ steht dabei im Sommersemester inhaltlich im Fokus der drei verschiedenen Seminare, sodass wir uns mit einem relevanten Thema auseinandersetzen, das nicht nur die Geographie, sondern die gesamte Gesellschaft betrifft. Die einzelnen Seminargruppen werden innerhalb der Bereiche „Nachhaltiges Wirtschaften“, „Klimawandel“ und „nachhaltige Fortbewegung (insbesondere bei Schulwegen)“ arbeiten. Selbst entwickelte Fragestellungen sollen unter der Verwendung geographischer Methoden und Arbeitsweisen (z.B. Kartierungen, Interviews) bearbeitet werden. Arbeitsergebnisse werden zur weiteren Verarbeitung genutzt um Handlungsvorschläge, Unterrichtsbeiträge und Ähnliches zu entwickeln.

Eine interdisziplinäre Projektgestaltung sowie ein Austausch bzw. die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie Schulen, Organisationen und Institutionen sind vorgesehen.

Die Ergebnisse der Projektgruppen aus den verschiedenen Seminaren werden am Ende des Semesters gemeinsam öffentlich präsentiert. So wird Außenstehenden ein Einblick in die Arbeit der Geographie geboten und die an den Projekten beteiligten Studierenden erhalten nicht nur die Möglichkeit ihre Arbeit bzw. ihr Produkt zu präsentieren, sondern können sich darüber hinaus über die Vorgehensweisen und Ergebnisse anderer Projektgruppen, insbesondere der anderen Seminare, informieren. Vor dem Hintergrund, dass die einzelnen Seminare nach Möglichkeit im folgenden Semester inhaltlich fortgeführt werden, um die erarbeiteten Ergebnisse weiter zu nutzen, zu verarbeiten und weiterzuentwickeln bietet dies eine weitere Chance. Studierende erhalten bei der Ergebnispräsentation bereits die Gelegenheit, erste Eindrücke zu einem für sie möglicherweise relevanten Seminar im folgenden Semester zu sammeln, um schließlich einen Kurs nach eigenen Interessen auszuwählen.

Das interdisziplinäre, projektbasierte Vorgehen wird am Ende der Veranstaltung noch einmal zurückblickend betrachtet und auf verschiedenen Ebenen reflektiert. Wie haben wir das Projektlernen als Gruppe empfunden, was haben wir erarbeitet und was bleibt offen? Wie sehe ich als zukünftige Lehrerin oder zukünftiger Lehrer die Projektmethode zur Unterrichtsgestaltung, welche Chancen und Grenzen sehe ich, worauf sollte man in Zukunft achten?

Insgesamt bietet die Geographie damit einen projektbasierten Ansatz, der ein interdisziplinäres Lernen zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer ermöglicht.

 

Weitere Informationen zu diesem Teilprojekt erhalten Sie auf der Webseite der Fakultät:

https://www.geographie.uni-wuppertal.de/geographie-aktiv/interdisziplinaere-projekte.html